Vom Akupunktur Seminar mit meinem Lehrer Aus Tokyo – Frühjahr 2017

Akupunktur NOW

Die Yang Energie Stärken – wie ich als Heilpraktiker mit Japanischer Akupunktur Erschöpfung, Burnout oder Abwehrschwäche behandle

Wieder einmal machte ich mich auf den Weg von Bremen zu einem Seminar meines Lehrers aus Tokyo, diesmal in der Nähe von Barcelona. Interessant war, daß das ganze in einer alten großen Finka stattfand, und es drumherum nur ein Dorf gab. So übernachteten alle auf dem Anwesen und es war auch eine interessante menschliche Erfahrung. Für die Leser dieses Blog Artikels, vor allem wenn Sie aus Bremen und Umgebung kommen, ist wohl vor allem interessant, was ich als Heilpraktiker bei einem Yang Mangel, der sich auf verschiedene Art als Schwächezustand äußert, machen kann. Dazu lesen Sie bitte weiter.

Thema des Akupunktur Seminars

In diesem Seminar ging es primär um den Umgang mit Yang Energie, oder Yang Qi, Defizit und damit verbundenen Schulmedizinischen Erkrankungen oder Symptomen. Das können Burnout oder Erkältung oder ganz andere Zustände sein. Wichtig ist, wie immer, die Diagnose gemäß Chinesischer Medizin bzw. Bauch- Puls- und Leitbahndiagnose gemäß Japanischer Akupunktur. Wie Sie als Leser dieses Blogs vielleicht wissen, praktiziere ich Japanische Akupunktur nach meinen Lehreren Masakazu Ikeda und Edward Obaidey, beide aus Japan, als Heilpraktiker in meiner Praxis in Bremen. Wichtig sind hier sanfte Akupunkturtechniken, von denen die Japanische Akupunktur viel zu bieten hat. Zudem ist Moxibustion oder Hitzetherapie eine Möglichkeit, wenn korrekt durchgeführt, das Yang zu stärken. Auch hier hat die Japanische Tradition von Akupunktur nnd Moxibustion dem Heilpraktiker und so auch dem Patienten viel zu bieten. Das Yang Qi zu tonisieren gilt im allgemeinen als schwieriger im vergleich zur Stärkung des Yin oder Behandlung von beispielsweise Blutstagnation.

Was ist Yang was ist Yin Qi, Bedeutung für Heilpraktiker und Patient

Alle Phänomene lasse sich in Yin und Yang unterteilen, die Welt als ganzes aber auch alle Mikrokosmen (wie zum Beispiel der Mensch aber auch Bereiche im Menschen wie das Blut, so gibt es Yin und Yang Teile des Blutes). In unserem Kontext ist Yang der wärmende, uns schützende und unsere Abwehrkräfte bildende Teil unserer Energie. Es ist zum Beispiel auch die Energie, welche unsere Verdauung primär antreibt und bewirkt, daß wir Hunger empfinden. Das Yin Qi hat eher nährenden, versorgenden Charakter. Das Yang Qi sorgt auch primär dafür, daß wir geistig wach sind. Somit ergeben sich auch schon Symptome, die ein Mensch hat, wenn das Yang im Mangel ist : Müdigkeit, Apetitlosigkeit, Kältegefühl oder leichtes Frieren, usw. Psychisch kann ein starker Yang Mangel sich sogar als Depression äußern.

 Warum ist Yang Qi bei den Zuständen wichtig

Daß Yin und Yang sich im ständigen Wechsel befinden und nie völlig im Gleichgewicht sind ist eine Voraussetzung für Leben. So entstehen Gefälle, welche Bewegung und somit Dynamik und eben Leben bewirken. Allerdings ist ein gewisser Yin Mangel, also ein relativer Yang Ueberschuss, der normale Zustand eines gesunden Menschen, während ein Yang Mangel stets zu behandeln ist. Wir reden hier nicht über den Yin Mangel, der so stark ist, daß Symptome und somit Behandlungsbedarf entstehen, sondern über das natürliche Gefälle eines gesunden Menschen. Ein Mensch ist also normalerweise im Yin Mangel und kommt durch bestimmte Vorfälle wie Ueberarbeitung, Erkrankung usw. in einen so starken Energieverlust, daß sowohl das Yin Qi als auch das Yang Qi verbraucht sind. Es kann nicht genügend vitale, wärmende Energie nachproduziert werden, eventuell sind die Nieren oder das Element Erde, also zum Beispiel die Verdauung, stark geschwächt, sodass nicht genügend neue Yang Energie entsteht. Dies ist dann zum Beispiel der Burnout, wo jegliche Energie fehlt, sich aufzuraffen und die Sache neu anzupacken. Oder eben der Zustand nach einer starken Erkrankung, bei welchem man stark geschwächt ist und sich weder körperlich noch geistig leistungsfähig fühlt. Für den Heilpraktiker ist ein Patient in diesem Zustand schon eine Herausvorderung, denn das Yang will schonend und sorgsam aufgebaut werden, und dies braucht Zeit.

 Schwierigkeiten der Yang Qi Tonisierung mit Akupunktur und anderen Methoden

Das Yang Qi ist flüchtig und für den Heilpraktiker schwierig aufzubauen. Eine Nadel mit Akupunktur tief zu setzen und Techniken anzuwenden bedeutet meist Tonisierung des Yin oder aber Dispersion (Zerstreuung der Energie, auch entgegen der Intuition Sedieren genannt). Der Heilpraktiker für Akupunktur muß hingegen sanfte Techniken an der Oberfläche anwenden, um zum Erfolg zu kommen, und diese Techniken brauchen mehr Uebung und setzen mehr Erfahrung voraus. Das gilt nicht bloß für den Heilpraktiker, der mit Akupunktur arbeitet, sondern auch für die Moxibustion oder Hitzetherapie. Ein Thema des Seminars mit meinem Lehrer aus Japan waren daher auch entsprechende Techniken. Ein Zustand großer Erschöpfung verlangt vom Patienten auch mehr Ruhepausen oder gar eine größere Veränderung des Lebenswandels. Das ist manchmal schwierig, zum Beispiel auf Grund der Situation am Arbeitsplatz, familiärer Bedingungen oder prekärer Verhältnisse. Unsere Kultur kennt zum Beispiel bei Kuren die Dauerbeschäftigung, der Gang zur Kur kann somit dem Yang Mangel Patienten zum Nachteil gereichen.

 Möglichkeiten des Heilpraktikers – Was kann behandelt werden

Zustände reiner Erschöpfung auf Grund bestimmter Ereignisse wie Ueberarbeitung oder langer Krankheit sind generell gut zu behandeln. Komplizierter ist es, wenn tatsächliche physiologische Veränderungen bzw. Krankheiten vorliegen. Kommt die Erschöpfung zum Beispiel mit einer Schilddrüsenunterfunktion einher, so ist es natürlich imperativ, diese Unterfunktion auszugleichen. Hierbei gilt jedoch : Die Unterfunktion ist als ein Symptom zu betrachten, der Mensch wird als ganzes betrachtet und wichtig ist das Ungleichgewicht im Menschen, welches zur Erkrankung führt. Vieles hängt jedoch auch vom Patienten ab: Er kann Maßnahmen wie Ernährung oder sogar Qi Gong ergreifen und versuchen, seinen Lebenswandel auf einen Aufbau des Yang Defizits einzustellen.

 Wie muß der Heilpraktiker sich ausrichten, um die Yang Energie zu behandeln ?

 Dies war wichtiges Thema im Seminar. Der Heilpraktiker selber darf natürlich generell nicht im Yang Mangel sein, wenn er die Behandlung durchführt, besonders bei Akupunktur. Denn dies würde zum Beispiel einen Mangel an Wachheit des Heilpraktikers bedeuten, was sich auf die diagnostischen Fähigkeiten auswirkt. Es gibt Qi Gong Uebungen, die das Yang Qi stärken, und solche wurden dann auch fleißig geübt. Eine relativ hohe Sensibilität muß vorhanden sein, um Diagnose und vor allem auch Techniken der Akupunktur gut und Yang stärkend durchzuführen. Das setzt auch geistige Ruhe und Klarheit voraus. Und natürlich benötigt man Erfahrung und Training der Techniken von Akupunktur und Moxibustion, wie oben schon erwähnt.