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Akupunktur in Bremen – Patienteninformationen

Im Folgenden möchten wir über Akupunktur allgemein und speziell bei uns in Bremen informieren. Dadurch soll es für Patienten leichter sein, Vertrauen in die Therapie zu entwickeln.

Kurze Geschichte der Akupunktur

Diese entstand in China vor mit Sicherheit mehr als 2500 Jahren, denn sehr weit entwickelte Werke der Akupunktur wie das Nan Jing sind ca. 2200 Jahre alt und es gibt noch weiter zurückreichende Funde, die eine hoch entwickelte Akupunkturpraxis bezeugen. Stellen Sie sich das damalige China als Hochkultur vor. Die Chinesen bauten nicht bloß die Chinesische Mauer und erfanden Papier und Schießpulver lange vor den Europäern, Sie hatten zum Beispiel Flotten von riesigen Schiffen, von welchen ein jedes selbstversorgerisch konzipiert war : So wurde auf diesen Pflanzen zur Ernährung auf hoher See angebaut und auch Tiere gehalten. So konnte man dann zum Beispiel Expeditionen nach Afrika machen und dortige Kulturgüter und Wissen importieren. Die Chinesische Medizin war viele Jahrhunderte die Medizin des Adels und der Kaiser, also hoch angesehen und von den Mächtigen genutzt. Die Akupunktur entwickelte sich über die Jahrhunderte immer weiter als empirische Wissenschaft und mit ihr eine anspruchsvolle Physiologie und Pathologie, welche jedoch nicht auf der Naturwissenschaft des Westens beruht, sonder mehr auf der Denkweise des Daoismus. Immer weitere Werke der Akupunktur wurden also verfaßt und die Erfahrungen der Generationen niedergeschrieben.

Wie funktioniert Akupunktur

Wichtig zu wissen ist, daß der Daoismus als Grundlage der Akupunktur sehr pragmatisch ist, also vor kaum etwas auf Grund von religiösen und moralischen Bedenken halt macht. In diesem Sinne fand also die Entwicklung der Medizin in Form der Akupunktur statt, sie richtete sich nach tatsächlichen Ergebnissen. Basierend auf der Erfahrung von Generationen emtwickelte sich also ein differenziertes Modell des Menschen und den inneren Abläufen sowie dessen Beziehung zur Natur und Welt in welcher er lebt. Ein zentrales Konzept in der Akupunktur sind die Leitbahnen oder Gefäße, in welchen das „Qi“ oder auch die „Energie“ fließt.

Um hier gleich einem üblichen Mißverständnis vorwegzugreifen : Qi ist kein esoterisches Konzept oder bloß so etwas wie Reiki Energie etc. Qi ist, wenn man die Klassiker der Chinesischen Medizin studiert, ein abstraktes Konzept, welches die Funktionen von Blut, Lymphe, Nerven, Gewebeformationen usw. intelligent zusammenfasst. Mit den Nadeln der Akupunktur beeinflussen wir also zugleich den Fluss von Blut und Lymphe, das gesamte Nervensystem, die Faszien und mehr. Somit wirkt Akupunktur aus Sicht der Schulmedizin nicht nur auf eine Art, sondern parallel auf vielen Ebenen. Die Leitbahnen der Akupunktur sind dementsprechend die bekannten Blutgefäße, Nervenbahnen usw. (und mehr). Zur Perspektive der Schulmedizin wird unten noch mehr gesagt. Das Konzept der Leitbahnen und Gefäße entspricht dem eines komplexen Bewässerungssystems zum Beispiel bei einem großen Reisfeld, welches aus vielen Terrassen, Höhen und Tiefen besteht. In einem solchen gibt es Staus, Dammbrüche, Ebben und Fluten.

Dies korrespondiert mit den Problemen die unser Körper haben kann. So kann es eine Unterversorgung (Ebbe) eines Bereichs oder Organs im Körper geben. Das könnte eine Unterversorgung mit Blut (schlechte Durchblutung) oder eine ungenügende Innervation sein (Fehlfunktion des Nervensystems). Folge eine Mangelversorgung könnten dann zum Beispiel Schmerzen sein, die bei Kälte schlimmer werden. Durch dieses kleine Beispiel wird vielleicht klar, wie universell die Konzepte der Akupunktur sind, weswegen sich auch alle möglichen Erkrankungen damit behandeln lassen.

Ein wichtiger Punkt, der noch angemerkt sei, ist die ganzheitliche Sichtweise des Daoismus und damit der Akupunktur Medizin. In einem Bewässerungssystem beeinflussen sich die verschiedenen Wasserwege gegenseitig in hohem Maße. Trägt eine Wasserstraße zu viel Wasser, so läuft dieses schnell in angebundene Bereiche ab und diese sind eventuell mehr gefüllt als optimal, was sich wieder auf andere Wasserwege auswirkt usw.  So wird es auch in der Akupunktur gesehen: Durch die Nadelung eines Akupunkturpunktes wird nicht nur lokal (am Ort der Nadel) behandelt, sondern die gesamte Leitbahn wird beeinflußt, wie ein Fluß, dessen Strömung sich ändert. Das wirkt sich wieder auf andere Bereiche des Körpers aus, also auf das Nervensystem, die Durchblutung usw. insgesamt, und natürlich auch auf die Psyche. Diese wird nicht als getrenntes Element betrachtet, sondern es gibt eine untrennbare völlige Einheit von Körper und Geist. Alles was man mit Akupunktur macht hat also Auswirkungen auf Körper und Geist.

Akupunktur aus Sicht der Schulmedizin

Es belegen alle ernsthaften Statistiken, daß Akupunktur signifikant über den so genannten Placebo Effekt hinaus wirkt. Wichtig zu wissen ist, daß auch die Chinesen in Ihren Kliniken auch Statistiken zur Wirkung von Akupunktur machen, die sehr positiv ausfallen. Die sehr positiven Ergebnisse sind so zu erklären, daß in China bei Statistiken über TCM meist eine Differenzialdiagnose mit einbezogen wird, das heißt daß die Behandlung je nach Diagnose des der Beschwerde zu Grunde liegenden TCM Musters variiert wird. In anderen Worten : Es wird ernsthaft nach den Methoden der Chinesischen Medizin behandelt, und das Ergebnis ausgewertet. Zudem wird vermutlich auch von tatsächlich kompetenten Therapeuten behandelt, was bei hiesigen Studien nicht immer der Fall ist. In jedem Fall liegt die Wirkung von Akupunktur wie gesagt statistisch klar über dem Placebo-Effekt. Ein Vorteil zum Beispiel gegenüber Homöopathie, zumindest aus Sicht der hiesigen Medizin. Auf Grund der postivien Ergebnisse hat die WHO (World Health Organization) eine Empfehlungsliste von Krankheiten veröffentlicht, welche sich gut mit Akupunktur behandeln lassen.

Im Verlauf der letzten 50 Jahre gab es viele Erklärungsansätze für Akupunktur aus westlich medizinischer Sicht. Momentan ist eine Erklärung über die das System der sogenannten Faszien beliebt. Die Faszien sind Häute, welcher zum Beispiel die Organe und Muskeln umspannen und so den Körper in Bereiche einteilen, stabilisieren, formen usw. Diese Häute haben eine elektrische Spannung und transportieren so Informationen, jedoch auch über eingebettete Nerven. Betrachtet man die Faszien aus embryologischer Sicht (Entwicklung des Menschen im Uterus) so hat die Struktur der Faszien viele Parallelen zu den Leitbahnen der Chinesischen Medizin. Aus meiner Sicht wirkt Akupunktur sowohl über Faszien als auch über viele andere Strukturen und Mechanismen des menschlichen Körpers wie Nerven, Blut- und Lymphgefäße usw. Hierzu gibt es ebenfalls positive Experimente. Also macht es Sinn, die verschiedenen Wirkungen zusammen zu betrachten, was den guten Effekt von Akupunktur besser erklärt.

Wichtig jedoch ist zu wissen, dass wir mit der Schulmedizin die Chinesische Medizin bzw. die Akupunktur im speziellen nur ansatzweise erklären können. Dies wird sich im Laufe der Zeit vermutlich ändern. Man muss bedenken, dass sich die Chinesische Medizin über mehrere Jahrtausende entwickelt hat und auf sehr viel Erfahrungswissen und der Philosophie des Daoismus beruht. Die Schulmedizin hingegen ist in der momentanen Form noch recht jung, besonders im Vergleich, und beruft sich auf die Naturwissenschaften. (Obwohl Sie in der Praxis Ihre Wirkung mit Statistik belegt, d.h. die mit Medikamenten am Menschen gemachte Erfahrung ist das wichtigste, so wie es bei den Kräutern der TCM seit mehreren Jahrtausenden ist).

Der Ablauf der Akupunkturbehandlung, was bei uns wichtig oder besonders ist

Bei uns wird keine gewöhnliche TCM Akupunktur praktiziert : Heilpraktiker Oliver Kania übt die Akupunktur nach seinem Japanischen Lehrer Masakazu Ikeda aus, welcher einer der bekanntesten Akupunkturlehrer Japans ist. Vor allem besucht Heilpraktiker Kania auch dessen wichtigesten Schüler Edward Obaidey regelmäßig in Tokyo. So können wir Ihnen eine authentische Methode der Akupunktur anbieten. Wichtig in diesem Stil der so genannten Meridiantherapie (welcher in Japan von ca. 30% der Akupunkteure ausgeübt wird) sind folgende Punkte:

Diagnostik

Die Pulsdiagnose hat ein hohes Niveau, wird jedes mal durchgeführt und ist recht wichtig. Hinzu kommen die Bauchdiagnose (oder Hara-Diagnose) sowie das Tasten von Punkten und Leitbahnen (Palpieren). Bauchdiagnose wird in der TCM hingegen kaum gemacht, Pulsdiagnose ist dort nicht so zentral und wird nicht so differenziert durchgeführt.

Techniken

Hier werden viele Techniken mit Nadeln ausgeübt, um der Diagnose gerecht zu werden. So gibt es auch Techniken, die in der TCM nicht (mehr) existieren, wie das sogenannte „shunting“. Zudem ist Moxibustion (Hitzetherapie) wichtig und es werden verschiedene Formen verwendet, zum Beispiel die relativ anspruchvolle Reiskornmoxibustion.

Behandlungsschritte

Gibt es in diesem Stil mindestens drei bei jeder Behandlung. So wird zum Beispiel stets am Bauch und am Rücken behandelt. Hinzu kommen Schritte mit diversen zusätzlichen Techniken und Methoden wie Hitzetherapie.

Für einen Behandlungserfolg sind folgende Punkte wichtig :

Entspannung

Wir bemühen uns, dass der Patient in einen entspannten Zustand kommt, denn so kann Akupunktur am besten wirken. Dazu gehört zum Beispiel eine angenehme Atmosphäre.

Schmerzfreiheit

Japanische Akupunktur allgemein ist so gut wie schmerzfrei, nur dann und wann kann es mal piksen. Denn nur wenn der Patient sich entspannen kann, kann es wirken. Schmerzen sind da kontraproduktiv.

Regelmäßigkeit

Der Patient muss, um einen Behandlungserfolg zu ermöglichen, regelmäßig zur Behandlung kommen. Wie oft hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel die Schwere der Erkrankung und wie lange diese schon besteht.

Lebensgewohnheiten

Oftmals tragen die Lebensgewohnheiten oder Lebensumstände zu einem Problem mit bei. Diese müssen dann verändert werden, um einen dauerhaften Erfolg zu gewähren. Das kann zum Beispiel die Ernährung sein, oder auch Stressoren wie zu wenig Schlaf. Manchmal muß der Patient auch nach einiger Zeit wieder Behandlungen machen. Rauchen hat sich zum Beispiel auch als Hindernis erwiesen, wenn es zum Beispiel darum geht, eine Lungen- oder Hauterkrankung zu behandeln.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Therapie ?

Das ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich, die Diagnose gemäß Chinesischer Medizin ist notwendig, um dies besser abzuschätzen. Bei chronischen Erkrankungen muss der Patient jedoch meist mit mindestens 10 Behandlungen mit Akupunktur rechnen, auch wenn Kräuter hinzugenommen werden. Die Kräuter der Chinesischen Medizin beschleunigen den Fortschritt, aber bei chronischen Erkrankungen sind dennoch meist mindestens 10 Behandlungen notwendig.

Hat Akupunktur Nebenwirkungen ?

Die Behandlung setzt einen Prozess der Veränderung im Bereich der Erkrankung in Gang, dies kann vom Patienten als als unangenehm wahrgenommen werden, aber nur für kurze Zeit. Zu beachten ist, dass man bei Besserung der Beschwerden nicht zu sehr die Belastung erhöht, weil es einem besser geht. Beispielsweise sollte man nicht gleich Klaviere schleppen, weil die Rückenschmerzen besser sind.

Muss ich die Behandlung eventuell wiederholen ?

Je nachdem kann dies nötig sein. Sind die Regenerationskräfte zum Beispiel geschwächt oder aber die Lebensgewohnheiten oder Umstände, die zur Erkrankung führen, ändern sich nicht, so kann dies notwendig werden. Generell ist die von uns praktizierte Akupunktur allerdings gut für Ihre Gesundheit allgemein. Somit tun sie sich damit auch auf jeden Fall etwas gutes. Viele Patienten bestätigen eine wesentliche Besserung der Lebensqualität.

Was kann man mit Akupunktur behandeln ?

Wie beschrieben handelt es sich bei der Akupunktur im weiteren Sinne um eine Medizin, welche für sich beansprucht, sehr viele Erkrankungen behandeln zu können. Bekannt ist Akupunktur im Westen vor allem durch die erfolgreiche Behandlung von Schmerzen geworden. Dazu zählen Schulterschmerzen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen usw. . Aber auch alle möglichen anderen Probleme wie Unfruchtbarkeit, Allergien oder Bluthochdruck können zum Beispiel gut behandelt werden.