Die Bedeutung der Niere in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM)

In der traditionellen chinesischen Medizin besitzt die Niere eine fundamentale Funktion, welche weit über die Vorstellungen der westlichen Medizin hinausgeht. Im Allgemeinen stehen wichtige Organe wie die Niere in der chinesischen Medizin für ganze Systeme von Funktionen, die sogenannten Funktionskreise.

Hier werde ich, Oliver Kania von der TCM Nord „Praxis für traditionelle chinesische Medizin“ in Bremen und Bremerhaven, Ihnen diesen Funktionskreis Niere näher erläutern. Ich hoffe, dass auf diesem Wege auch mehr über die Ideen der traditionellen chinesischen Medizin allgemein klar wird.

Die Niere: Das Fundament des Lebens

Die Niere wird in der traditionellen chinesischen Medizin als Fundament des Lebens betrachtet, steht also für zahlreiche grundsätzliche Aufgaben, ohne welche die anderen Organe und der gesamte Organismus nicht existieren können. Sie enthält die Quintessenz (das pränatale und postnatale Jing), welches von den Eltern geerbt bzw. nachgeburtlich erzeugt wird. Eine unzureichende Konzentration der Essenz kann zum Beispiel Impotenz, frühes Altern oder eine geistige Minderentwicklung bei Kindern bewirken. Die Leistungsfähigkeit der Niere als Organ und Lebensspender ist auch ein Ergebnis der Qualität der Essenz, das heißt eine gute Essenz fördert die Vitalität des Menschen, während eine schwache Essenz negative Einflüsse auf das Gehirn hat und die Vitalität einschränkt.

Das Gehirn ist mit der Niere verbunden, die Niere ist verantwortlich und eng verbunden mit dem Innersten im Menschen, also Knochen, Mark und Gehirn. So lassen sich Probleme wie Konzentrationsdefizite oder Vergesslichkeit mithilfe der Stärkung der Nierenenergie behandeln. Die Niere wird dem Element Wasser zugeordnet und dementsprechend spielt die Niere eine große Rolle beim Flüssigkeitshaushalt. Ödeme werden zum Beispiel oft mit der Niere in Verbindung gebracht. Viele weitere Organe und Teile des Körpers sind von dem Zustand der Niere abhängig, wie z. B. die Ohren, die Haare und die Knochen. In der chinesischen Medizin werden den Hauptorganen auch Emotionen zugeordnet, bei der Niere ist es die primäre Emotion der Angst. Wenn man dies weiter unterteilt bedeutet es: Schock, Stress und Angst, welche dem Körper bei zu hoher Frequenz oder Stärke schaden. Wird die Niere also durch zu starke Emotionen der Angst überbelastet, so wirkt sich dies auf den gesamten Körper aus, es kommt in leichten Fällen zu schwitzigen Händen oder kurzen Phasen niedrigen Blutdrucks, wird es schlimmer so kann zum Beispiel ständiges Frieren die Folge sein, bis hin zu Erkrankungen, die durch permanente starke Angst ausgelöst sind. Ähnliches gilt für die anderen Organe und bestimmte Emotionen, wie zum Beispiel Leber und Ärger. Man denke hier an Sprichworte aus unserer Kultur wie: „Das ging ihr an die Nieren“ oder „Ihm ist eine Laus über die Leber gelaufen“.

Der Einfluss der Nierenessenz

Die Nierenenergie besteht aus dem Yin und Yang, wobei Yin oder auch wahres Wasser, die Basis des Yin-Qi ist, welches für die Ernährung der Organe, das Blut, und die Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts verantwortlich ist. Echtes Yang oder wahres Feuer bildet die Grundlage für das Yang-Qi, welches die Funktionen im Körper aufrecht erhält und bewegt. Beide Qis wirken komplementär zueinander, sodass eine gesunde Organfunktion nur durch die Synergie von Yin und Yang gewährleistet werden kann. Yin-Energie stellt Stoffe für metabolische Wechselvorgänge bereit, währenddessen Yang-Energie die Transportation von Yin-Energie und deren Einlagerung unterstützt. Durch eine bestimmte Ernährungsweise ist es möglich seine Yin- oder seine Yang-Energie zu steigern. Um sein Nieren-Yin zu steigern, sollte man sich reich an Mineralien, salzig oder sauer, dunkel oder schwarz, viel aus dem Meer und von der Temperatur her kühl ernähren. Für eine Nieren-Yang-Ernährung ist eine leicht scharfe oder leicht salzige und von der Temperatur her warme Ernährung zu bevorzugen. Die Regeneration von Yin und Yang über die Ernährung dauert naturgemäß etwas, aber oft sind erste Effekte wie zum Beispiel wärmere statt kalte Hände schnell zu merken.

Konsequenzen einer Yin und Yang Dysbalance

Bei einer dauerhaften Störung des Gleichgewichts von Yin und Yang werden Nieren Yin und Nieren Yang in Mitleidenschaft gezogen. Dies bezeichnet man als Disharmonie zwischen Yin und Yang. Der Mangel an Nieren-Yin kann unter anderem hervorrufen: Gelenkbeschwerden, Hörminderung/Hörschwäche, Schlaflosigkeit, Osteoporose, Haarausfall, frühes Altern und eine Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion). Im Vergleich dazu löst ein Nieren-Yang-Mangel (sexuelle) Lustlosigkeit, kalte Füße und Neigung zu Frieren, Wasseransammlungen, nächtliches Wasserlassen, Schmerzen im Lendenbereich oder kalte Gliedmaße aus. Nieren-Yin und Nieren-Yang beeinflussen sich gegenseitig, sodass bei einer zu starken Behandlung des Yin-Mangels auch Yang-Mangel ausgelöst werden kann mit den beschriebenen Nebenwirkungen. Den wenn das Yin überwiegt, so bedeutet dies einen relativen Mangel an Yang und umgekehrt. Bei den Nieren muss somit in der chinesischen Medizin immer darauf geachtet werden, Yin und Yang zugleich zu stärken.

Behandlung von Yin- und Yang Mangelerscheinungen

Yin und Yang-Mangelerscheinungen lassen sich mit einer adäquaten Ernährung behandeln, wodurch der Körper darin unterstützt wird, die Harmonie zwischen Yin und Yang wiederherzustellen. Wenn die oben beschriebenen Symptome bei Ihnen auftreten, ist es ratsam, zusätzlich zur beschriebenen Diät eine Akupunkturbehandlung oder die Behandlung mit Kräutern in Anspruch zu nehmen. Außer natürlich ihre Beschwerden sind nur sehr gering. Mit der richtigen Behandlung eines Yin-Mangels erlangen Körper und Geist wieder die Kraft Nieren-Yin herzustellen und leichte Ausprägungen eines Nieren-Yang-Mangels auszugleichen. Die meiner Meinung nach empfehlenswerten Lebensmittel für eine Stärkung des Nieren-Yins sind Brombeeren, Bohnen, Linsen, Johannisbeeren, Algen, Tofu, dunkle Weintrauben und Shiitakepilze und Kokosnussfleisch und -milch sowie Mango. Die darin enthaltenen Inhaltsstoffe erzeugen ein Rebalancing im Körper, das die Symptome von innerer Hitze langsam abklingen lassen.

Mithilfe einer ausbalancierten Ernährung lässt sich auch ein Nieren-Yang-Mangel behandeln, sodass sich milde Zeichen der Kälte auch über Nahrung therapieren lassen. Zu diesen Nahrungsmitteln gehören: Ingwerwurzeln, Lauch, Rotwein, Wildreis, Walnüsse und Sardinen sowie Fenchel, Liebstöckel oder Zimtrinde als Gewürze. Es gibt auch Lebensmittel, die sowohl Nieren-Yin als auch Nieren-Yang stärken, wie Maroni, Hafer und Kürbiskerne bzw. Kürbisöl. Ergänzend lässt sich hinzufügen, dass eine mineralstoffreiche Ernährungsweise Nieren und Blase unterstützen. Zudem hat es positive Auswirkungen, wenn man mindestens zwei gekochte Mahlzeiten am Tag zu sich nimmt, besonders im Winter.

Das Fazit zum Nieren-Yin und -Yang

Die TCM Nord (Praxis für traditionelle chinesische Medizin) von Oliver Kania in Bremerhaven und Bremen hat sich auch auf die chinesische Medizin und damit ihre Lehre der inneren Organe spezialisiert, wodurch ich einen Nierenmangel nach chinesischen Kriterien sicher diagnostizieren kann. Das Nierendefizit ist eine häufige Diagnose und betrifft Menschen allen Alters, jedoch verhältnismäßig mehr ältere Personen. Die Diagnose wird sehr genau vorgenommen und es wird zwischen vielen verschiedenen Nierenproblemen differenziert, das heißt es gibt zum Beispiel einen Nieren-Yang-Mangel mit Wasseransammlung oder einen Nieren-Yin-Mangel mit Schleimpathogen und Magenhitze usw. Daraufhin rate ich Ihnen zu einer geeigneten Behandlung, ob es sich nun um Akupunktur, Kräuter, Diätik oder eine Kombination daraus handelt. Oft ist ein kombinierter Ansatz der beste Weg um die Kräfte des Nieren-Yin und -Yang zu stärken und ins Gleichgewicht zu bringen. Viele Krankheiten, die aus der Sicht der westlichen Medizin nur mit Medikamenten behandelt werden, sind mit der traditionellen chinesischen Medizin mit natürlichen Mitteln gut behandelbar.

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